Meeting aufzeichnen: was das Gesetz verlangt und wie Sie alle informieren
Bevor Sie aufnehmen, sagen Sie es allen im Meeting, und holen Sie ihre Zustimmung ein, wo das Gesetz es verlangt. Hier lesen Sie, was das Gesetz sagt, und finden Formulierungen, die Sie verwenden können.
Von Therese AnhammerAktualisiert am 16. Oktober 2026
Was das Gesetz sagt
In Deutschland ist es strafbar, das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen unbefugt aufzunehmen, auch in einem Gespräch, an dem Sie selbst teilnehmen (§ 201 Strafgesetzbuch).
Für ein Meeting heißt das: Nehmen Sie nur auf, wenn alle einverstanden sind. In Österreich und der Schweiz gelten eigene Regeln.
Wo Sie auch sind, eine Gewohnheit bewährt sich: Sagen Sie allen Bescheid, bevor Sie beginnen, und nehmen Sie niemanden auf, der Nein sagt.
Zum Gesetzestext: § 201 StGB
Bei der Arbeit gilt auch das Datenschutzrecht
In der EU, im EWR und im Vereinigten Königreich sind Aufnahmen sprechender Menschen personenbezogene Daten.
Wenn Sie bei der Arbeit aufnehmen, entscheidet meist Ihre Organisation über das Warum und das Wie und ist nach dem Datenschutzrecht für die Aufnahme verantwortlich: Die Organisation braucht eine Rechtsgrundlage für die Aufnahme und muss die Beteiligten informieren, was aufgenommen wird, warum und wie lange es gespeichert bleibt.
Viele Arbeitgeber haben eigene Regeln für Aufnahmen von Meetings. Halten Sie sich daran, und fragen Sie im Zweifel die Person, die bei Ihnen für den Datenschutz zuständig ist.
So sagen Sie allen Bescheid
In der Einladung
Ich nehme dieses Meeting auf, um die Notizen zu schreiben. Die Aufnahme bleibt auf meinem Computer. Wenn Sie nicht aufgenommen werden möchten, sagen Sie mir bitte vor Beginn Bescheid.
Zu Beginn des Meetings
Bevor wir anfangen: Ich nehme dieses Meeting für meine Notizen auf. Sind alle damit einverstanden?
Wenn jemand Nein sagt
Dann nehmen Sie nicht auf, sondern schreiben Ihre Notizen von Hand.
Prokoll bittet Sie, alle zu informieren
Bei Ihrer ersten Aufnahme bittet Prokoll Sie, alle zu informieren, und unter der Aufnahmetaste bleibt eine Erinnerung mit einem Hinweis zum Kopieren.
Dies ist keine Rechtsberatung
Diese Seite beschreibt die wichtigsten Regeln in einfachen Worten. Die Regeln hängen von der Situation ab und ändern sich. Sie sind dafür verantwortlich, was Sie aufnehmen und wie Sie es nutzen. Wenn Sie unsicher sind, holen Sie anwaltlichen Rat ein oder fragen Sie die Person, die bei Ihnen für den Datenschutz zuständig ist.